Kleine und große Linux AHAs
Ein Drahtsieb wird beobachtet
Das Drahtsieb (-> LEO), besser bekannt als screen, lässt sich hervorragend dazu verwenden, seine Konsole mit anderen Benutzern zu teilen. Das ist dann hilfreich, wenn man remote auf einem System ist und einem Kollegen seine Arbeit auf der Shell zeigen möchte.
Screen zählt zu den Standardpaketen und kann mit yum install screen unter Red Hat oder Centos einfach installiert werden.
Derselbe Benutzer
User zort startet eine screen Session mit:
screen
Der Kollege meldet sich mit demselben Benutzer, also zort an und hängt sich dann mit
screen -x
auf die gerade gestartete screen Session mit drauf (mit “screen -ls” können vorher alle screen Sessions angezeigt werden). Nun können beide mit dieser Shell arbeiten, alles was getippt wird, sieht der andere und umgekehrt. So kann man den Kollegen auch gut ärgern!
Mit <Strg>+a+d kann sich jeder Benutzer einzeln von der screen Session wieder abhängen (detachen). Mit exit wird die screen Session beendet.
Verschiedene Benutzer
Etwas komplizierter wird es, wenn man sein screen für andere Benutzer frei geben möchte. Hier gibt es dann aber auch die Möglichkeit den anderen Benutzer lediglich zum zusehen zu verdammen.
Damit das ganz funktionieren kann, muss screen im root Kontext gestartet werden, also:
chmod +s /usr/bin/screen
Wie gehabt, zort startet screen und drückt dann <Strg>+a und „:“ um in den screen Kommandomodus zu gelangen. Mit folgenden Befehlen gibt er seine screen Session für den Benutzer narf frei und schaltet die screen multiuser Fähigkeit ein:
acladd narf multiuser on
Will er nun, dass narf nur zuschauen und sich höchstens noch von screen wieder detachen kann, so erledigt er das so:
aclchg narf -wx "#?" aclchg narf +x „detach“
Wer näheres über die Befehle wissen möchte, bitte ich in man screen nach zu schlagen.
Benutzer narf verbindet sich nun auf das Screen von zort mit:
screen -x zort/
Nun sehen beide Benutzer denselben screen, wobei zort vollen Zugriff hat und narf nur zuschauen darf.
Blinken und .screenrc
Wem das geblinke in screen auf den Keks geht, kann das im Kommandomodus mit
vbell off
abschalten.
Alternativ können alle Befehle in die ~/.screenrc als default abgelegt werden. Merkwürdiger Weise funktionieren die aclchg Befehle auf unseren RHEL Systemen aus der .screenrc heraus nicht, sodass sie immer im Screen Kommandomodus eingetippt werden müssen.
Und nun viel Spaß beim zuschauen!
Aber Vorsicht: Immer den Datenschutz im Auge behalten!
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Sascha am 28. April 2010 um 13:44 veröffentlicht und unter Hints, ubuntuusers.de abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst direkt zum Ende gehen und einen Kommentar hinterlassen. Pings ist momentan nicht möglich. |





vor 2 Jahren
Vielleicht hättest du dir vorher überlegen sollen, warum im Englischen der “Bildschirm” nach dem Wort “Sieb” benannt wurde. Das hat schon seine Berechtigung.
vor 2 Jahren
Drahtsieb war ja wohl die denkbar schlechteste Übersetzung.
vor 2 Jahren
Ja, genau. Ich fand die Übersetzung so herrlich unpassend und etwas in meinem Kopf sagte: Nimm das! Habs ja auch lediglich zur Verwirrung in der Überschrift verwendet… (daher auch der LEO Link). OK, hätte vielleicht noch ein Smiley anhängen sollen…