Administration von Linux Servern ohne Terminal ist für mich nicht wirklich vorstellbar. Natürlich gibt es irgendwelche Blackboxen die über ein Webinterface administriert werden und so perfekt gemacht sind, dass man die Konsole nicht wirklich braucht. Ich spreche hier aber von Linux Servern in Unternehmen – ich beschreibe ja auch was ich so zum Arbeiten nutze und wie. Da kommt man nicht um ein Terminal herum.

Nun hat auch für die Konsole jeder seine Mittel, Vorlieben und Wege um zu arbeiten.

Gnome-Terminal

Natürlich nutze ich das Gnome-Terminal 😉 Für mich gibt es dabei ein paar wichtige Einstellungen damit ich mich wohlfühle.

Größe

Per Default ist das Terminal recht klein. Damit ich nicht immer wieder die Größe mit Hilfe der Maus ändern muss, ist für mich eine der ersten Einstellungen die Default Größe des Terminals. Das geschieht über Bearbeiten->Profile->Default->Benutzerdefinierte Größe …

Man kann natürlich auch das Terminal mit dem Parameter –geometry die Größe für den Aufruf anpassen. Allerdings funktioniert das dann nicht mit Gnome-Do 😉

Rollbraten

Ähem, Rollbalken natürlich. Mit Rollbalken ist im Prinzip die Anzahl der Zeilen gemeint, die man per <shift>+<bild auf> oder mit der Maus nach oben scrollen kann. Die Standardeinstellung von 512 Zeilen reicht bei weitem nicht aus und macht auch meiner Meinung nach keinen Sinn. Es genügt schon sich ein paar Mal die Prozessliste anzuschauen um die 512 Zeilen zu überschreiten.

Ganz nebenbei habe ich den wirklichen Rollbalken auch komplett deaktiviert, da ich lediglich die o.g. Tastenkombination nutze.

Unnützes deaktivieren

Ebenso wie den Rollbalken habe ich auch das Menü deaktiviert.

Das Menü wird – wenigstens von mir – nur sehr sehr selten genutzt. Daher macht es keinen Sinn es eingeblendet zu lassen. Vor allem da man es ausblenden kann 😉 Hat man das Menü ausgeblendet, so kann es mit Hilfe der rechten Maustaste (auf das Terminal) wieder eingeblendet werden.

Farbschema

Wenn man den ganzen Tag mit der Konsole arbeitet möchte man keine Transparenz haben. Also wenigstens für mein Empfinden macht das wahnsinnig. Daher nutze ich ein ganz konservatives Schwarz auf Gelb.

Gehhilfen

s

„s“ ist der definitv am meisten genutzte „Shortcut“. Dabei liegt dahinter eine Funktion die ssh mit diversen Parametern aufruft. Das ganze in die .bashrc gepackt und man kann sich einige Tipparbeit sparen. In meinem Beispiel sieht das so aus. Alle Server an unserem größten Standort beginnen mit den gleichen Anfangsbuchstaben – sagen wir xyz. Generell ist die Konvention für Servernamen xyz-lxs01 (lxs -> Linux Server, 01 -> fortlaufende Nummer).

Nun habe ich „s“ so angepasst, dass wenn ich nur lxs01 eingebe, er den xyz von selbst hinzufügt. Gebe ich allerdings einen Servernamen für einen anderen Standort an dann nimmt er diesen (xxx-lxs01). Des Weiteren werden Parameter mit übergeben, wobei die Funktion offen ist für weitere Parameter.

function s {
 if [[ "$*" =~ ^lxs ]]; then
 ssh -AYC -o TCPKeepAlive=yes root@xyz-$*
 else
 ssh -AYC -o TCPKeepAlive=yes root@$*
fi
}

Obwohl der User mit root@ angegeben ist, kann man mit dem Parameter -l einen anderen Loginnamen übergeben.

Ein normaler Aufruf reduziert sich bei mir also auf „s lxs01″.

sshknownhosts

Sascha hat in seinem Artikel die Funktion sshknownhosts bereits erklärt. Auch diese gehört zu meinem Repertoire.

<STRG>+<R>

Ein Bash Shortcut den ich lange nicht gekannt habe ist <STRG>+<R>. Damit kann man in den letzten Befehlen (history) direkt suchen. Man gibt einen Teil eines Befehls ein und bekommt sofort ein Ergebnis (soweit vorhanden) präsentiert. Mehrere Treffer kann mit nochmaliger Anwendung der Shortcuts durchlaufen.

<ESC>+<.>

Auch ein lange nicht bekannter Shortcut (thx Sascha) ist <ESC>+<.>. Dieser zeigt den/die zuletzt verwendeten Parameter (den letzten Parameter). Hat man beispielsweise gerade eine Datei per cat ausgegeben und möchte sie nun per vi öffnen, so kann man das ganze verkürzen indem man „vi <ESC>+<.>“ anwendet. Auch dieser Befehl durchläuft die Liste der letzten Parameter wenn man den Shortcut häufiger anwendet.