Owned: Meine Gnome3 “Ausflüge”

Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor.

 

Naja, so oder so ähnlich. So wie auch viele meiner Kollegen bin ich jemand, der – gerade was meinen Desktop angeht – sehr gerne immer das neueste an Software hat. Gnome3 sollte da keine Ausnahme sein. Aber wie? Wie siehts denn aus mit Ubuntu? Oder muss ich was anderes nehmen?

Für maverick hatte ich schon öfter mal nach einen funktionierenden, aktuellen PPA gesucht und nichts richtiges gefunden. Was dann? LMDE (Linux Mint Debian Edition) habe ich mittlerweile zu Hause installiert, da mir Ubuntu mit Unity nicht so recht passt (strategisch möchte ich das nicht unterstützen). Aber auch dafür gibt es noch kein Gnome3 :-(

Naja, machen wir es rund. Was hab ich getan?

zu Hause

Zu Hause hab ich Fedora 15 (beta) installiert. Da ich über einige Jahre mit RedHat gearbeitet habe, konnte ich mich da recht schnell zurecht finden. Und ich muss sagen es funktioniert prima. Auch die Sache mit meinem ISCSI Laufwerk auf der NAS-Box (s. hier) habe ich ohne Probleme ans Laufen gebracht. Gnome3 funktioniert und bisher gab es keine Abstürze.

Ich muss auch einigen anderen Bloggern oder Berichten Recht geben, dass man sich sehr schnell daran gewöhnt und es dann auch mag. Persönlich finde ich die Oberfläche sehr modern und von der Bedienung her fortschrittlich. Einziges Manko sehe ich darin – wie auch viele andere – dass es zu wenig Tools gibt um den Desktop anzupassen. Selbst einen Menüeintrag kann man nur über Umwege realisieren.

Das Aussehen der Shell kann man anpassen – mit Hilfe des Tools Gnome-Tweak. Aber auch das ist noch ausbaufähig ;-)

Arbeitsplatz

Nachdem Natty dann letzte Woche das Licht der Welt erblickte wurde es Zeit auch in der Firma den Rechner in die neue Welt zu hieven. Also erst ein Update auf Natty und mit Natty sollte es ja – laut diversen Beschreibungen – möglich sein Gnome3 zu installieren. Nach dem Update auf Natty waren schon mal die Desktop Effekte nicht mehr nutzbar. Also Treiber deinstalliert und neu installiert, reboot und gut – ging wieder. Dann Gnome3? Ja.

Gedacht, getippt und es erschien ein Gnome3 Desktop. Sah soweit ganz gut aus, aber … Naja, das Theme passte alles nicht mehr. Diverse Menüeinträge funktionierten einfach nicht (Systemeinstellungen).

Naja, ging ja noch.

Dann hab ich Empathy eingerichtet. Wollte doch unbedingt die neue Benachrichtigungsleiste mit der man auch direkt auf Chats antworten kann ausprobieren. Sah soweit gut aus. Bis zur 5 Nachricht – mit der sich dann der komplett Desktop verabschiedete. Das passierte dann auch nach einen Neustart noch öfter.

Ok, das war am Freitag Nachmittag. Also erst mal übers Wochenende so stehen lassen.

Nach dem Wochenende gabs dann Updates aus dem Gnome3 PPA. Also voller Hoffnung installiert. Danach war dann alles futsch. Der GDM funktionierte gar nicht mehr. Das System fror ein bevor der Anmeldebildschirm erschien. Das wars dann.

Also Ubuntu 10.10 Stick genommen und das ganze neu installiert. Home zurückgesichert und mein guter Gnome 2 Desktop ist wieder da. Alles gut.

Fazit

Gnome3 gefällt – wenn auch noch einiges an Arbeit ist. Den Ubuntu Test kann ich nicht wirklich empfehlen – mit Fedora sieht das um einiges besser aus.

Generell fehlt dem neuen Desktop noch einiges an Tools, die den persönlichen Desktop konfigurieren lassen. Auch Dinge die eigentlich logisch erscheinen sind meiner Meinung nach erst Ansatzweise umgesetzt. So sucht die Suche in Gnome3 (das Suchfeld rechts oben) nur in den zuletzt geöffneten Dateien, bzw. in den Anwendungen. Warum bringt man dort nicht direkt die Funktionalität rein die Gnome-Do, Kupfer oder Synapse auf den Desktop bringen? Des Weiteren gibt es zu Zeit kein Tool um das Menü zu editieren, bzw. eigene Menüeinträge anzulegen (das geht manuell über .desktop Einträge in .local/share/apps/).

Ich hoffe Ubuntu wird auch eine Version mit vernünftig integriertem Gnome3 anbieten. Ansonsten muss ich mir eine Alternative suchen. Bis dahin wird auf meinem Heimrechner Fedora mit Gnome3 laufen und das Arbeitsgerät mit Ubuntu 10.10 mit Gnome2.

 

8 Responses to Owned: Meine Gnome3 “Ausflüge”

  1. Da muss ich doch meinem Vorschreiber hier mal zustimmen, Archlinux ist hier eine gute Wahl.

    Also kurz zu meiner Geschichte mit den neuen Gnome.
    Es ist Sonntag Abend, so ca. 21Uhr. Der Mensch ärgert sich seit 2 Tagen, dass er einzelne Funktionen in Gnome2 nicht mehr nutzen kann, weil verschiedene Tools ihre Arbeit eingestellt haben. OpenGL funktioniert nicht richtig, daher war Gnome3 eigentlich noch nicht geplant. Aber der Fallback-Modus könnte ja mal getestet werden, denkt man sich da so. Also gut, System-Update. Und der Gnome rattert los. Paket-Upgrades und alles andere später, das System startet neu, und der Gnome winkt mir mit den Fallback-Zaunpfahl. Das nächste Problem waren dann ein paar Kleinigkeiten und die Tatsache, dass bereits Montag (nach Mitternacht) und die Probleme der Woche um 6Uhr wieder anfangen, also noch die letzten Kleinigkeiten gelöst, und dann Schlaf fassen.

    Nun springen wir weiter, es ist 10Uhr, man sitzt an der Uni rum, weiß gerade nicht, was man tun soll, stöbert ein wenig im Internet, und sieht eine Variante zur Aktivierung der 3D-Funktion und testet ein wenig rum. Nach dem Neustart winkt der Gnome mit der Shell. Was soll man dazu noch sagen, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Nach einem brachialen Einsatz des dConf-Editors waren die ersten Hürden geschafft, und der Gnome konnte wieder seiner Arbeit nachgehen.

    Seit dem kann ich wirklich nur sagen, ein schönes Stück Software, was die da gebastelt haben, doch hoffen wir alle, im Sinne der normalen Nutzer, auf eine Steigerung der Usability, vor allem im Bereich der Konfigurierbarkeit. Ansonsten ist das System stabil, und macht sehr viel Freude.

  2. Also ich habe zuerst Unity getestet und ich bin begeistert. Alles sehr intuitiv bedienbar.

    Dann habe ich auf Natty erfolgreich die Gnome-Shell installiert (https://launchpad.net/~gnome3-team/+archive/gnome3) und läuft auch absolut problemlos unter Natty. Auch die Gnome-Shell hat mich letztlich begeistert.

    Aber beide habe natürlich noch ihre Vor- und Nachteile, aber sie halten sich die Waage. Soll heißen, ich weiß im Moment nicht, was ich besser finden soll. Am besten wäre aus meiner Sicht wohl ein “Gnome-Unity”. ;-)

    Aber durch die Installation der Gnome-Shell hat sich Unity verabschiedet und weigert sich zu starten. Demzufolge sollte jedem bewusst sein, dass das PPA Unity schrottet und man sollte wissen, was man tut. Demzufolge will ich dringend davon abraten, die Gnome-Shell (zumindest in Natty) per PPA auf einem Produktivsystem zu installieren.

  3. Naja, vielleicht liegt das daran, dass Ubuntu 11.04 mit Gnome 2.32 (und Gnome-Anwendungen für diese Version) ausgeliefert wird. Das muss ja fast probleme mit Gnome 3 geben.

  4. Ich habe gestern zwei Arch Linux Systeme aus den Paketquellen aktualisiert. Dort ist Gnome3 inzwischen im exatrs Repository angekommen.

    Bis auf ein paar kleinere Probleme mit offiziell nicht unterstützten Paketen und ein paar eigenen Skripten hat das alles sehr schön funktioniert. Und es ist nochmal ein Stück besser, als die Shell aus der jhbuild Umgebung, da jetzt auch die Panel richtig funktionieren, und sich das ganze mit dem gnome-tweak-tool anpassen lässt.

    Ich bin schon sehr gespannt, was da noch so alles nach kommt.

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