Kleine und große Linux AHAs
Neue Serie: Asterisk Projekt – erst einmal Vortasten
Zur Zeit ist es “Inn” auch innerhalb von Firmen auf VoIP umzustellen. Das ganze macht auch durchaus Sinn. Die Installationskosten lassen sich damit drücken – schon alleine von der Verkabelung her da lediglich Netzwerk benötigt wird. Ansonsten verlangen die klassichen Telefonanlagenanbieter auch recht hohe Wartungskosten. Oft für Anlagen, an die moderne Funktionen immer nur “angebaut” werden. Des Weiteren gibt trotz der Abhängigkeiten vom Hersteller (bspw. Systemtelefone) auch noch weitere Lizenzmodelle. Beispielsweise kostet jeder Post oder auch jeder SIP Account.
Das ganze kann man sich mit Hilfe der freien Anlagen sparen und ist noch dazu – ein wenig Erfahrung vorausgesetzt – um einiges flexibler. Als ich mit dem Projekt begonnen habe hatte ich quasi keine Ahnung von Asterisk und dem Aufbau einer solchen produktiven Anlage. Mittlerweile hab ich dann doch einiges an Know-How aufgebaut. Der Grund warum ich daraus auch wieder eine Reihe auf linux-aha machen möchte: Es gibt nur recht wenig Dokumentation für Business Anforderungen. Ich musste mir viel an Informationen zusammen suchen und genau das ist das, was hier nun hin soll.
Was sind die Anforderungen?
Welche Anforderungen gibt es an eine Telefonanlage innerhalb eines Unternehmens? Wir haben das “einfach” so gemacht, dass wir den Ist Stand als Minimum definiert haben und das Ziel mehr zu bieten. Die “normalen” Anforderungen sind von uns also quasi so definiert:
- Rufumleitung
- Rufweiterleitung
- Anrufergruppen
- Warteschleifen / Queues
- Mailboxen
- Auswertungsmöglichkeiten
- Anbindung an externe Systeme
- Mobilteile (DECT)
- Skalierbarkeit
- Verfügbarkeit
- Offenheit (keine Bindung an Hersteller, Schnittstellen)
- interaktive Menüs
- Ansagen, auch Zeitgesteuert
Nur Asterisk?
Am bekanntesten ist natürlich Asterisk – die OpenSource Anlage. Es gibt auch viele andere. Wir haben uns für Asterisk entschieden, da es dort die größte Community gibt und die Software einfach auch am längsten verfügbar ist. Wobei der Part mit der Community mich dann doch an der ein oder anderen Stelle ein wenig enttäuscht hat.
Eine potenziell mögliche Alternative ist freeswitch. Freeswitch ist wohl – und das hab ich nun nicht weiter geprüft – aus Asterisk entstanden aber hat mit einigen Altlasten aufgeräumt. Ich habe es nie getestet, da uns das ganze als noch zu früh beschrieben wurde.
Großer Kasten oder wie?
Telefonanlagen sind oft recht große Kästen. Ein Haufen Steckkarten, Netzteile und ….
Kann den eine VoIP Anlage das gleiche leisten? Naja, schon. Die eigentliche VoIP Anlage ist ja zuerst einmal ein Server. Der Server muss eine gewisse Leistung haben um x gleichzeitige Anrufe verwalten zu können. Der Server ist also zuerst einmal vergleichbar mit dieser großen Kiste. Nun hat der Server jedoch keine Anschlußmöglichkeiten für analoge Telefone, für Faxgeräte oder auch für den Zugang zum PSTN (zum öffentlichen Telefonnetz). Um diese Anschlußmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Man kann auf der einen Seite den Server genau so nutzen wie die große Kiste vom klassischen Anbieter. Man nimmt einen Server der einige Steckplätze hat und baut dort dann Karten ein, welche die gewünschten Ports zur Verfügung stellen. Bis zu einem gewissen Maß mag das funktionieren. Allerdings birgt das ganze einen recht großen Nachteil. Die Karten müssen vom Betriebssystem und auch von der VoIP Software unterstützt werden. Das mag am Anfang nicht das Problem sein. Was ist aber bei einem Update? Update des OS, bzw. der VoIP Software? Mit jedem Update stellt sich damit immer wieder nicht nur die Frage ob die Software noch läuft, sondern auch ob die Hardware noch läuft. Das ist nicht wirklich wünschenswert – wenn vermeidbar
Vermeiden lässt das ganze sich durch sogenannte Gateways. Gateways sind in dem Fall schwarze Boxen die beispielsweise einen Ethernet und 8 analoge Ports zur Verfügung stellen oder auch einfach die Schnittstelle zum PSTN darstellen. Sie wandeln beispielsweise das SIP Protokoll (bzw. RTP, T.38) in analoge Signale um das ganze kompatibel zu einem Faxgerät zu machen. Wir setzen dabei die Geräte der Firma Patton (www.patton.com) ein. Die Geräte sind ein wenig teurer, wurden uns jedoch als Qualitativ hochwertig und zuverlässig empfohlen. Damit hat man kein Problem mehr mit Updates und ist dazu noch nach oben hin skalierbar. Braucht man weitere Ports, so kommt eine weitere Box dazu und gut. Die Konfiguration ist recht einfach – darauf wird später nocheinmal eingegangen.
— Soweit Teil 1 —
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Ronny am 22. September 2011 um 14:24 veröffentlicht und unter Asterisk, Hints, Systemmanagement, ubuntuusers.de abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst direkt zum Ende gehen und einen Kommentar hinterlassen. Pings ist momentan nicht möglich. |









vor 7 Monaten
Hast mit der Serie genau ins Schwarze getroffen.
Weiter so!
vor 7 Monaten
Bin auch schon auf die weiteren Teile gespannt!
Hast Du Dir schon mal http://www.amooma.de/gemeinschaft angesehen? Ist auch eine Telefonanlage, die Asterisk benutzt und zudem ein Webinterface anbietet.
vor 7 Monaten
Hallo,
gemeinschaft ist mir soweit schon ein Begriff. Allerdings hat man damit nicht mehr so viele Freiheiten und kennt sich nach der Installation auch mit dem System nicht wirklich aus. Das ist nicht unbedingt negativ, allerdings geht es mir auch darum zu wissen was darunter passiert um reagieren zu können. gemeinschaft ist quasi schon so was wie eine Blackbox mit sehr vielen Scripten etc.
Ein Webfrontend für die für mich/uns notwendigen Arbeiten habe ich auch erstellt. Damit hat man die eine Oberfläche für das was auch gebraucht wird und kann sie auch weiter anpassen.
vor 7 Monaten
“Inn” = schweiz-östreichischer Fluss?
SCNR
So eine kleine Einführung in ein flexibles modernes Telefonsystem finde ich ein super Thema! Vielen Dank, ich freue mich schon auf die nächsten Teile
vor 7 Monaten
Oh ja . Bwi uns war das auch einmal das Thema, aber bei uns hatte niemand das knowhow für so etwas. Da wurde es eben Teuer. Gibt es inzwischen eigentlich Firmen, die Asterisk anbieten und Support machen? Wartungsverträge könnten da ja deutlich billiger sein und viele Dinge könnte man nah bis nah selber erledigen.
Unser neue Mitarbeiter wartet nun schon seit zwei Wochen darauf, das das Telefon mit dem neuen Namen versehen wird. Und das nach dem man sich eh schon entschieden hat diese Dinge erst nach der offiziellen Probezeit zu tun weil teuer. (Wir reden hier wirklich von einer simplen Vor- und Nachnamen anzeige bei internen Rufnummern)
vor 7 Monaten
Hallo,
ja es gibt mittlerweile Firmen die Wartungsverträge anbieten und auch Support machen. Ich kenne nun nicht das Know-How in Eurer Firma, aber ehrlich gesagt ist das ganze nicht sooooooooo schwierig, wenn man gern mit Linux, Scripting etc. unterwegs ist. Wenn man sich Zeit nimmt und sich mit dem Thema beschäftigt geht das recht simpel von der Hand. Einen Wartungsvertrag werden wir hier nicht machen. Die Geräte und Server sind redundant (bzw. liegen nochmal im Schrank) und ansonsten kann eigentlich nicht viel passieren
Die kochen ja auch alle nur mit Wasser
vor 7 Monaten
Super!! Das mit der fehlenden Doku ist mir auch schon aufgefallen… TOll, dass du n bissel was dazu schreibst!
vor 7 Monaten
Freu mich schon auf die Serie
vor 7 Monaten
Vielen Dank für den Blogeintrag, hört sich sehr interessant an und ich bin schon neugierig auf die nächsten Teile.
Danke!
vor 7 Monaten
Klingt ja interessant, freue mich schon auf die nächsten Teile