Im ersten Teil hab ich die für die Infrastruktur eingesetzten Komponenten soweit beschrieben – Server + Patton Gateways. Nun fehlt jedoch noch so eine ganz unwichtige Kleinigkeit – die Telefone ;-)

Offene Standards – also freie Wahl

Mit Asterisk nutzen wir offene Standards für unsere Telefonie. Also können wir – in der Theorie – jedes Endgerät oder jede Software einsetzen die mit diesem offenen Standard umgehen kann. Das ist soweit richtig. Allerdings muss man auch dort unterscheiden und auf die Leistungen der jeweiligen Produkte schauen. Gerade dann, wenn es um Geräte oder Software für den Endbenutzer innerhalb eines Unternehmens geht, sollte man mit einigen Augen darauf schauen. Das ganze wird noch schwieriger, wenn man bspw. altbekannte Geräte durch neue ablöst – der Mensch ist ein Gewohnheitstier ;-)

Such das Telefon, suuuuch

Nun, ein Vorteil einer VoIP Anlage ist, dass man auch Softphones einsetzen kann. Softphones machen an sich auch Sinn an normalen Büroarbeitsplätzen. Der Mitarbeiter “sitzt eh den ganzen Tag am Rechner” und kann ohne den PC auch keinem Kunden helfen. Also warum nicht ein Softphone auf den Rechner machen, Headset dazu und gut ist. Naja. An sich richtig. Dagegen steht z.B. der Mensch als Gewohnheitstier – und wir sprechen ja hier nicht von EDV Menschen. Jemand der EDV interessiert ist wird mit einem Softphone das geringste Problem haben. Aber wir sprechen hier von “normalen Menschen”. Das wird schwieriger. Des Weiteren muss man zuerst einmal ein Softphone finden, mit dem man auch Business Funktionen darstellen kann. Schaut man sich mal um, so wird das nicht so einfach. Natürlich funktioniert Ekiga und auch Jitsi macht eine gute Figur. Jedoch nicht für Unternehmen. Teilweise fehlt die Unterstützung für ein Telefonbuch über LDAP, teilweise können keine Featurecodes (z.B. *88) gewählt werde, Pickup ist nicht möglich oder die Anzeige von vorhandenen Nachrichten auf der Mailbox ist nicht vorhanden.

Es gibt kommerzielle Softphones, welche einige – oder sogar alle – dieser Funktionen bieten.

Wir haben uns aktuell komplett gegen Softphones entschieden. Die meisten kommerziellen sind nicht – oder nur abgespeckt – Linux kompatibel und es rechnet sich nur solala. Ein solches Softphone kostet ca. 40€. Ein wirklich gutes Headset für Unternehmen kostet schnell auch seine 100€. Dagegen steht nun ein Hardware Telefon mit ca. 180€ (mit großem Display) und zusätzlich der geringere Aufwand um die Mitarbeiter zu schulen. Des Weiteren ist man mit Softphones immer abhängig von der Funktion des Rechners. Da brauche ich glaub ich nicht viel zu sagen. Software + OS sind immer so eine Sache ;-) Womit wir an sich wieder dabei wären warum wir die Schnittstellen von dem Asterisk Server getrennt haben und auf die Patton Gateways ausgewichen sind ;-) Das ist irgendwo schon vergleichbar, vor allem da das Telefon als Arbeitsmittel einfach zu wichtig ist.

Also Hardware, und welche??

Wir setzen Snom Telefone ein. Um genau zu sein Snom 370.

Warum diese? Also ehrlich gesagt konnte ich mir nicht eine Batterie an verschiedenen Geräten zulegen und genau testen welche am besten passen und auch qualitativ am besten sind. Wenn man so im Internet stöbert und auch sonst ein wenig die Augen auf hält, dann wird man nur auf wenige Hersteller stoßen. Snom und Siemens als die großen und bekannten in Deutschland. Mittlerweile soll wohl auch Samsung immer mehr mitspielen.

Was ich mir vorher angeschaut habe waren die Möglichkeiten der zentralen Einstellungen (Provisioning) bzw. auch Erfahrungsberichte von anderen Projekten. Mit den ersten Testgeräten wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Geräte machen qualitativ wirklich einen guten Eindruck und sind auch von der Bedienung her absolut in Ordnung. Schön sind die vielen Funktionstasten die man quasi beliebig belegen kann.

Viel negatives kann ich von den Geräten bisher nicht berichten. Klar hat sich das ein oder andere mal “aufgehangen”. Aber da muss man auch einfach wissen, dass das ja mittlerweile kleine PCs sind und da kann das mal vorkommen. Ein Gerät (von ca. 80) hatte ein defektes Display. Ansonsten keine Beanstandungen.