Asterisk Projekt: Season 4 – aber bitte auch mit ohne Kabel

Ups, eine Hardware-Kleinigkeit hab ich doch glatt vergessen :-( Wir möchten doch auch Mobil telefonieren!

WLAN oder DECT?

Zuerst einmal muss man sich entscheiden welche Technologie man einsetzen möchte. Es gibt WLAN Mobiltelefone – mittlerweile sogar von AVM – welche dann direkt per WLAN mit dem Asterisk kommunizieren und sich registrieren. Auf der anderen Seite gibt es auch DECT für VoIP. Wo liegt nun der Unterschied bzw. Nachteile und Vorteile??

Mit WLAN wird jeder so seine Erfahrungen gemacht haben. WLAN ist nur relativ zuverlässig was die Geschwindigkeit und auch den Empfang angeht. Je weniger Empfangsstärke man hat, desto weiter geht die Übertragungsrate runter. Das ist ein Problem dabei. Das könnte man natürlich durch einen Haufen Sender in den Griff bekommen. Das andere Problem ist die Latenz. WLAN ist nicht für Echtzeitkommunikation gedacht und dem entsprechend bringt das auch Probleme beim VoIP Betrieb mit sich. Ein weiterer Aspekt: Die Geräte sind zur Zeit noch relativ teuer.

DECT ist seit vielen Jahren der Standard für Mobile Analogtelefone. Die Reichweite einer einzelnen Basisstation ist gut und man bekommt viele verschiedene Telefone von vielen Herstellern. Die Telefone sind auch von der Benutzung her fast jedem bekannt und müssen nicht groß erklärt werden. (Ich weiß gerade nicht so recht was ich noch zu DECT schreiben soll !?!)

Da WLAN für uns aus oben genannten Gründen und auch aus Erfahrungsberichten heraus nicht zur Diskussion stand, haben wir und für DECT entschieden.

Auch da gibt es was von Ratiopharm

Naja, nicht ganz ;-) Wie bildet man eine Schnittstelle zu Mobilteilen von der Asterisk Anlage ab?

Die LowCost Lösung wäre einfach ein ganz normales Mobiltelefon an einen analogen Port an eines der Patton Gateways anzuschließen. Das ist auch in Ordnung, wenn man nur ein paar Mobilteile hat und auch von der größe des Gebäudes auf Roaming (wenn die Reichweite einer Basisstation nicht das ganze Gebäude abdeckt) verzichten kann.

Muss man jedoch ein größeres Gebäude versorgen, so macht das mit den Pattons keinen Sinn. Erstens zu teuer und zweitens benötigt man dann die Roaming Funktionalität. Man kommt also um eine professionelle Lösung nicht herum. Ich habe mich bei einer solchen Basisstation für die “Aastra RFP L32IP” entschieden. Jede Basisstation kann bis zu 8 SIP Gespräche gleichzeitig handeln, bis zu 4096 Telefone verwalten ( :D ) und Cluster mit weiteren Basisstationen dieser Art bilden. Durch die Clusterbildung kann man große Gebäude in jeder Ecke ohne Probleme ausleuchten. Die Konfiguration der Geräte ist einerseits total kompliziert (wenn man nicht weiß wie diese Dinger ticken), andererseits jedoch vollkommen lapidar. Darauf werde ich in dieser Reihe definitiv noch eingehen!!

Fazit: Wir nutzen auch für DECT quasi Gateways, die für uns VoIP in DECT umwandeln und uns so in die Lage versetzen ganz normale Mobilteile an der Asterisk zu nutzen.

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8 Responses to Asterisk Projekt: Season 4 – aber bitte auch mit ohne Kabel

  1. Noch ein kleiner Fehler im Text: DECT ist natürlich nicht analog. Es ist eine von ISDN abgeleitete Funkschnittstelle für Nebenstellen. (Auch GSM ist von ISDN abgeleitet, aber natürlich für “Hauptanschlüsse”.) Die Verschlüsselungen von DECT und GSM dürften daher auch sehr änlich sein – im Prinzip handelt es sich um einfaches Bitshifting; dh. die Bits mehrerer Schnittstellen werden durcheinander gewürfelt. Wer den richtigen Schlüssel hat, “sieht” seine Bits, aber nicht die der anderen. Dieses Verfahren ist heute natürlich schon lange nicht mehr Stand der Technik, aber eben auch gut 25 Jahre alt.

  2. abc

    1. Ich habe keine Alternative. Ich wollte nur zeigen, dass DECT auch Nachteile hat.
    2. Es stimmt, dass DECT unter bestimmten Voraussetzungen Verschlüsselung unterstützt. Das Verfahren wurde allerdings schon vor einigen Jahren gebrochen. Außerdem ist das nicht die einzige Schwachstelle.

    • Ronny

      DECT kann verschlüsseln, allerdings müssen die Geräte das unterstützen. Das muss man sich überlegen ob man das braucht, bzw. einer gewissen Gefahr ausgesetzt ist. In unserem Beispiel könnte man mit den Basisstationen die Aastra Mobilteile einsetzen – damit wäre die Kommunikation verschlüsselt.

      Der andere Aspekt ist relativ. Über den GAP Standard sind die Telefone für die Grundfunktionen kompatibel. Was geht denn konkret nun bei unserem Beispiel nicht? Ein zentrales Telefonbuch, Anzeige von Nachrichten auf der Mailbox, Anzeige des Namens eines internen Anrufers. Ansonsten fällt mir spontan nichts ein. Diese Dinge sind für meinen Anwendungsfall in Ordnung.

      Was ist Deine Alternative zu DECT?

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