In der Season 4 hatte ich bereits die Aastra Stationen erwähnt. Die Konfiguration dieses Gerätes möchte ich nun beschreiben.

Requirements

Naja, also zuerst einmal benötigt man die Basisstation ;-) Dabei ist auf das “L” zu achten. Es gibt auch eine Version ohne “L”. Diese ist nicht für standard SIP sondern für die proprietären Anlagen von Aastra gedacht und funktioniert nicht mit unserer Anlage.

Möchte man mehr als 2 Basisstationen nutzen, also einen Cluster aufbauen, so benötigt man eine CD von Aastra. Die CD hat den Namen “OMM Activation Kit” und beinhaltet die Software & Firmware; interessanter ist allerdings der Lizenzkey auf der CD. Die CD kostet irgendwas zwischen 10 und 20€. Ohne diese Lizenz kann man jedoch nur zwei Basisstationen betreiben. Das ganze ist im Internet nur sehr schwer zu finden und auch die Vertriebsmenschen von Aastra kennen sich leider damit nicht aus. Damit ihr nicht auch so lange suchen müsst füge ich hier einen Screenshot der CD an (-> Artikelnummer ;-) ). Die aktuelle Version der Software gibt es hier.

Weiterhin benötigt man einen TFTP Server in Reichweite der Basisstationen. Diese wird zum Bereitstellen der Firmware benötigt.

Booten?

Um die Basis zu konfigurieren muss das Ding ins Netz. Dann kann mit Hilfe des OM_Configurators (Java Applikation zu finden im Software Bundle, bzw. auf der CD) das Gerät gesucht werden.

Folgende Schritte sind dann notwendig:

  1. use local config
  2. IP Addresse vergeben
  3. Netmask …
  4. TFTP Server eingeben
  5. TFTP file name (Firmware Datei aus dem Software Bundle, omm_ffsip.tftp)
  6. OMM IP Address (in dem Fall seine eigene)
  7. ggf Router

Wofür?

Man muss zuerst einmal verstehen wie diese Dinger arbeiten. Jedes für sich ist nämlich – auf deutsch gesagt – recht doof. Was man in dem OM_Configurator einstellen kann ist quasi schon alles. Mehr kann sich das Ding auch nicht merken. Bei jedem Start wird sich per TFTP ein Firmware Image gezogen – selbst diese ist nicht persistent auf dem Gerät.

Des Weiteren muss man wissen, dass es immer einen Master unter den Basisstationen gibt. Alle anderen Geräte bekommen gar keine Konfiguation. Sie suchen sich den Master und bekommen sämtliche Informationen und die Konfiguration von ihm. Auch die Information wo die Slave Stationen die Firmware finden wird intern ausgetauscht. Daher auch der Parameter OMM IP Address – OpenMobilityManager. Damit wird der Master festgelegt. Eine Basisstation die selbst die IP des Masters besitzt, erkennt damit automatisch dass sie die Führung hat.

Und weiter?

Hat man die erste Station so konfiguriert und startet sie neu, so wird das image per TFTP geladen und die Station ist per Webzugriff erreichbar. Benutzername “omm” und Passwort “omm” sollten den Zugang freigeben. Danach sind noch ein paar kleinere Systemeinstellungen zu machen. Ich möchte jedoch nur noch ein paar Dinge dazu schreiben.

  • Unter dem Menüpunkt Basisstationen muss man einen Cluster erstellen, damit das Rooming funktioniert
  • Unter dem Menüpunkt Endgeräte werden die Mobilen Endgeräte konfiguriert. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten das ganze zu tun
  • a) Die Basisstation wird in einen Zustand versetzt, in dem sie neue Geräte einfach aufnimmt und anzeigt
  • b) Man legt die Mobilteile vorher an und registriert sie dann

Um Mobilteile zu registrieren nutzen wir die zweite Möglichkeit. Wir bestimmen die IPEI Nummer (quasi sowas wie die MAC eines DECT Telefons) und legen damit einen Account in der Basis an. Die Accountdaten müssen natürlich mit denen am Asterisk Server übereinstimmen (Nummer, Name, Passwort). Damit ist das Gerät hinterlegt und wird bei der Anmeldung automatisch der richtigen Nummer zugewiesen.

Bestimmen der IPEI:

“An einem Siemens Gigaset kann die IPEI Nummer (als HEX) mit folgendem Befehl angezeigt werden:
Menü öffnen, *#06# eingeben, die erste Zeile ist die IPEI als HEX.”

Um die IPEI von HEX auf Dezimal umzurechnen, kann man diese Website nutzen (oder eben diese Funktion dahinter möglicherweise lokal bereitstellen).

Wichtig zu wissen ist – gerade bei Siemens -, dass die PIN immer 0000 sein muss. Ansonsten funktioniert das anmelden des Mobilteils nicht.

 

Die Geräte laufen bischer absolut zuverlässig. Auf der Herstellerhomepage kann man auch einen userguide finden, der beispielsweise Auskunft darüber gibt was die Anzeige der LEDs auf der Gehäusevorderseite bedeutet.