Für Zwischendurch: Umbau von Nagios auf Icinga

Nagios setze ich schon lange ein um die Infrastruktur monitoren zu können – aktuell ist die Umgebung ca. 300 Hosts und 1100 Services groß. Nagios war lange Zeit State-of-the-Art was Monitoring von großen Umgebungen angeht. Mit der Zeit sind andere Projekte entstanden – teilweise mit anderen Ansätzen, prinzipiell jedoch nicht so wahnsinnig anders. Wie auch, wenn die Anforderung ja prinzipiell die gleiche ist.

Durch meine Erfahrung mit Nagios ist ein Projekt für mich recht interessant: Icinga (aussprechen darf man das wie man möchte ;-) ).

Icinga ist ein Fork von Nagios. Die Entwicklung von Nagios war recht langsam und es war schwierig neue Ideen einzubringen. Das ganze war wie eine Monarchie – der Entwickler entschied was passiert und was nicht und ließ sich dabei auch noch recht viel Zeit (eine grobe Beschreibung). Jedenfalls hat sich eine Gruppe zusammengefunden die einen Fork aus Nagios machten. Ein Fork bedeutet dabei, dass man den letzten Stand nimmt und damit quasi ein neues Projekt startet. Zielsetzung dabei war es eine schnellere Entwicklung zu erreichen, neue Ideen einfließen zu lassen, sowie beispielsweise das doch sehr betagte Webinterface neu zu gestalten.

Das erste Release gab es 2009. Gerade aktuell ist Version 1.7.1.

Vorarbeiten und Installation

Bevor man wirklich etwas macht ( :-) ) sollte natürlich ein Backup angelegt werden. Dabei nicht nur /etc/nagios berücksichtigen, sondern auch ggf. selbst geschriebene Plugins, die Datenbank oder möglicherweise geänderte html Seiten.

Möchte man von Nagios zu Icinga wechseln, so sollte man wissen dass die Konfigurationsdateien, sowie das Pluginkonzept etc. zu Nagios vollständig kompatibel sind. Somit sind an vorarbeiten nicht wirklich viele zu machen. Hat man die Nagios Pakete aus den Repositories genutzt, so so muss man diese vorher deinstallieren und kann ggf. auf neue Repositories zugreifen (ich habe die Debian Squeeze Backports genutzt, da aktueller). Wurde Nagios per Source Package installiert, so wird dieser per “make uninstall” deinstalliert und Icinga aus den Sourcen installiert. Das ganze ist gut dokumentiert.

Nach der Installation können die Konfigdateien übernommen werden. Dabei sollte man die Haupt-Konfigurationsdateien (icinga.cfg/nagios.cfg, ndo2db.cfg/ido2db.cfg, cgi.cfg) für Icinga und Nagios vergleichen und gleiche Teile übernehmen. Ganz einfach weil es bei Icinga weitere Optionen gibt. Nimmt man einfach nur die “alte” Nagios Konfig, dann fehlen einige Parameter.

Die Services-, Commands-, Timeperiods-, Hosts- etc. Konfigs können komplett übernommen werden – das gab bei mir keine Probleme. Danach sollte Icinga dann soweit laufen und quasi “das gleiche” tun wie vorher Nagios.

Was hat sich denn nu geändert?

Nach diesen Schritten sollte ein aktuelles Icinga laufen mit einer “moderneren” Oberfläche. Die sogenannte ClassicUI ist eine Weiterentwicklung des klassischen Nagios UI. Neben der fliederfarbenen Markierung für den “Unknown” Status, gibt es die ein oder andere neue Möglichkeit wie beispielsweise die Mehrfachauswahl für Aktionen (z.B. Services disablen).

Ein Steckenpferd soll die neue UI sein … genannt icinga-web. Nach einigem hin&her habe ich diese auch ans Laufen gebracht. Allerdings muss ich sagen, dass diese Oberfläche mich nicht überzeugen konnte. Sie ist – oder war wenigstens auf meinem System – sehr langsam und beansprucht um einiges mehr an Platz auf dem Bildschirm um die gleichen Informationen anzuzeigen wie im ClassicUI. Ich denke da wird noch einiges passieren – für mich ist zur Zeit die ClassicUI die erste Wahl.

Fazit?

Ich hab nun ein Icinga 1.7.1 statt Nagios 3.0.7 am Laufen. Ansonsten hat sich für mich momentan noch nicht viel geändert. Man wird einige Optionen mehr haben mit Icinga, die ich mir jedoch alle noch nicht en Detail angeschaut habe. Die ClassicUI ist gut, die neue UI ist für mich so keine Verbesserung … wenigstens zur Zeit. Die Installation ist noch frisch und ich werde mich in nächster Zeit mehr damit beschäftigen. Vielleicht kann ich noch den ein oder anderen Fund melden ;-) Hier ging es mir erst einmal darum aufzuzeigen, dass ein Umstieg zu Icinga kein Ding ist.

One Response to Für Zwischendurch: Umbau von Nagios auf Icinga

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>