ajaxplorer

Wer kennt die sogenannten „öffentliche Ordner“ aus M$-Exchange? Ich kenne sie – eine furchtbare Erfindung. Diese Ordner lassen sich in Outlook anzeigen und man kann diverse Dinge damit tun. Sie können beispielsweise eine eigene Emailadresse haben – müssen sie aber nicht. Es können sich Mails aber auch einfach Dateien darin befinden. Die Zugriffsrechte kann man in X-Stufen vergeben, welche allerdings nicht so ganz kompatibel sind mit den Rechten auf „normalen“ Laufwerksfreigaben oder ähnlichem.

Wächst so eine Struktur nun über Jahre, und ist es zusätzlich den Benutzern selbst möglich Ordner anzulegen und auch Rechte zu vergeben, dann endet das in einem unüberschaubaren Chaos aus Ordnern und Unterordnern, mit Rechten durch die selbst der Admin keinen Zugang mehr hat.

Zugriff auf diese Ordner hat man mit Outlook oder per WebDAV – allerdings ist das lediglich mit Outlook halbwegs komfortabel. Mit anderen Clients hat man nur schwer eine Chance vernünftig zugreifen zu können. Die Ordner werden zwar auch beim Zugriff per IMAP angezeigt, allerdings ist das mit den verschiedensten Inhalten der Ordner so ne Sache. Wie dem auch sei, wir mussten diese öffentlichen Ordner in etwas migrieren, was für alle funktioniert und möglichst nicht komplett anders zu bedienen ist. Des Weiteren sollte es eine Rechteverwaltung und die Anbindung an einen Verzeichnisdienst geben.

Lange gesucht und dann doch gefunden

Lange haben wir gesucht und dann sind wir auf den Ajaxplorer (www.ajaxplorer.info) gestoßen. Der Ajaxplorer ist ein HTML Browser mit diversen Plugins und einer angenehmen Oberfläche. Ich möchte hier nicht die Installation beschreiben, sondern einfach nur auf das Tool aufmerksam machen.

ajaxplorer2

  • Sehr schön ist, dass man einen Gastaccount erstellen kann. Somit lassen sich diverse Files für alle freigeben – ohne Anmeldung
  • Die Rechte sind auf sogenannte „Repositories“ zu setzen. Quasi verschiedene Root Verzeichnisse. Auf Unterverzeichnisse lassen sich keine speziellen Rechte vergeben.
  • Diverse Dateiformate lassen sich in integrierten Viewern anschauen.
  • Dateien lassen sich untereinander teilen und es gibt die Möglichkeit öffentliche Links zu erstellen. Öffentliche Links werden genutzt um Dateien einfach weiterzugeben – an Benutzer die keinen eigenen Account auf dem System haben. Dabei kann ein Passwort definiert werden und wie oft der Link aufgerufen werden darf.

Am Ende hat man einen Cloud-like-Service.

Backends

Der Ajaxplorer lässt sich komplett ohne Datenbank betreiben, dann geschieht die Benutzerverwaltung über lokale Files. Für die Benutzerverwaltung kann man auch eine Datenbank oder LDAP zu nutzen. Des Weiteren gibt es für die Repositories verschiedene Möglichkeiten. So wird man normalerweise das lokale Filesystem nutzen, kann jedoch ebenfalls FTP, Samba, SSH/SFTP oder die Amazon Cloud einbinden (wobei ich bisher lediglich das Filesystem nutze).

Demo

Eine Demo findet ihr unter http://demo.ajaxplorer.info/